Die CTO as a Service Alternative: Co-Founder as a Service

Du hast eine Idee für ein digitales Produkt und willst wissen, ob sie trägt. Dafür brauchst du jemanden für die Technik. Was der Markt dir dann anbietet, sind meistens zwei Dinge: einen technischen Mitgründer, den du erst überzeugen musst, oder einen gemieteten CTO, mal „Fractional“, mal „as a Service“.
Beide Wege klingen vernünftig. Für Gründer ohne Tech-Hintergrund führen sie oft trotzdem in die Irre. Deshalb geht es hier um eine dritte Option: Tech Co-Founder as a Service.
Transparenz vorneweg: Wir bieten das bei Artus Engineering selbst an. Ich versuche trotzdem, die Alternativen fair zu beschreiben – und sage dir auch, für wen wir die falsche Adresse sind.
Das Mitgründer-Dilemma
Der naheliegende Weg ist ein technischer Mitgründer: jemand, der die Technik komplett verantwortet und dafür Anteile bekommt. Wenn du so jemanden hast, nimm ihn. Besser wird es selten. Das Problem ist die Suche. Die endet in der Praxis fast immer bei zwei Sorten Kandidaten.
Die Erfahrenen bekommst du nicht
Wer schon einmal ein Produkt von der Idee bis in den laufenden Betrieb gebracht hat, ist am Arbeitsmarkt gefragt. Senior-Entwickler verdienen in Deutschland 70.000 bis 90.000 € im Jahr, mit Festanstellung und einem Leben, das man planen kann. Damit so jemand das aufgibt und bei dir einsteigt, brauchst du entweder ein vergleichbares Gehalt oder eine Idee mit zahlenden Kunden – plus einen ordentlichen Anteil. Am Anfang hast du meistens weder das eine noch das andere. Das ist kein Vorwurf. So starten die meisten.
Die Verfügbaren bauen zum ersten Mal
Bleiben die Leute mit Zeit und Risikobereitschaft: Berufseinsteiger, Studierende, Bekannte, die gut programmieren können. Viele sind motiviert und fachlich stark. Was ihnen fehlt, kann man ihnen nicht vorwerfen. Produkterfahrung entsteht nur, wenn man Produkte baut – und dazu hatten sie oft noch keine Gelegenheit.
Ein Produkt zu entwickeln hat mit Code oft weniger zu tun, als man denkt. Was lässt man am Anfang weg? Wann zählt Tempo, wann Qualität? Wie baut man so, dass man in einem Jahr nicht von vorne anfängt? Das lernt man an echten Produkten. Wenn dein Mitgründer diese Entscheidungen zum ersten Mal trifft, findet seine Lernkurve an deinem Produkt statt – mit deiner Zeit. Die Anteile sind dann nicht der größte Kostenpunkt. Der größte Kostenpunkt sind die Monate in falscher Architektur, verworfenen Anläufen und einem MVP, das einfach nicht fertig wird.
Warum KI das nicht löst
Vielleicht denkst du jetzt: Mit KI kann doch heute jeder schnell Software bauen. Zum Teil stimmt das. Und genau das ist das Problem. KI beschleunigt das Schreiben von Code. Die Entscheidung, was gebaut werden soll und was nicht, nimmt sie niemandem ab.
Die Zahlen dazu sind unbequem. Veracode hat Code von über 100 KI-Modellen geprüft: 45 Prozent der Ergebnisse enthielten Sicherheitslücken. GitClear hat über 200 Millionen Codezeilen ausgewertet und seit dem KI-Boom eine Verachtfachung kopierter Codeblöcke gemessen, während Aufräumarbeiten am Code stark zurückgegangen sind. Wer Erfahrung hat, wird mit KI schneller. Ohne Erfahrung wird man vor allem schneller fertig mit Dingen, die man später wegwerfen muss.
Was ist CTO as a Service, und warum löst es das falsche Problem?
Die zweite Angebotskiste: gemietete CTOs. CTO heißt Chief Technology Officer – die Person, die Technik-Entscheidungen verantwortet. Im Markt schwirren dafür grob drei Labels. Fractional CTO: eine Person betreut mehrere Firmen parallel, oft ein bis zwei Tage pro Woche. Interim CTO: jemand füllt befristet eine leere Führungsposition in Vollzeit. CTO as a Service: häufig ein Agentur-Einstieg über Beratung, die Umsetzung macht dann – wenig überraschend – dieselbe Agentur.
Kurz gesagt: Ein CTO plant und verwaltet. Das ist wertvoll, wenn es bei dir etwas zu führen gibt. Ein bestehendes Entwicklerteam. Eine gewachsene Codebasis. Eine Tech-Prüfung vor einer Finanzierungsrunde. Dafür sind diese Modelle gemacht, und dort funktionieren sie oft gut.
Wenn du noch ganz am Anfang stehst, gibt es bei dir nichts zu managen. Kein Team, kein Produkt, keine Codebasis. Nur Arbeit, die gemacht werden muss. Ein gemieteter CTO liefert dir dann Strategie und Roadmap – und für die Umsetzung brauchst du trotzdem noch jemanden. Du kaufst Führung für ein Unternehmen, das noch keine hat und noch keine braucht.
Was du am Anfang wirklich brauchst
Vergiss für einen Moment die Modellnamen und schau auf das Profil. Von der Idee bis zur validierten Lösung brauchst du jemanden mit Produkterfahrung: jemand, der schon gebaut hat und weiß, was man am Anfang weglässt. Die teuersten Fehler in dieser Phase sind keine Programmierfehler. Es sind Prioritätenfehler.
Diese Person muss selbst anpacken. Architektur, Machbarkeit und Entwicklung aus einer Hand, von jemandem, der für das Ergebnis geradesteht. Am Anfang ist das Ziel oft nicht „eine App“. Das Ziel ist herauszufinden, ob jemand für die Lösung bezahlt – mit so wenig Aufwand wie möglich. Manchmal reicht dafür ein automatisierter Prozess aus bestehenden Werkzeugen. Jemand mit Erfahrung sagt dir das, bevor du sechs Monate Entwicklung bezahlst.
Und wenn die Validierung klappt, fängt die eigentliche Arbeit erst an: Betrieb, Weiterentwicklung, echte Nutzer. Der Partner aus der Anfangsphase sollte da bleiben – mit dem Wissen aus den ersten Monaten im Kopf.
Eine klassische Dev-Agentur erfüllt davon oft nur den Bau-Teil. Sie baut, was du bestellst. Die Entscheidung, was bestellt werden sollte, bleibt bei dir. Dazu die Anreiz-Mechanik: Wer nach Aufwand bezahlt wird, verdient an jedem Umweg mit. Das macht Agenturen nicht böse. Es macht sie nur zum falschen Werkzeug für eine Phase, in der die wichtigste Leistung das Weglassen ist.
Die Alternative: Co-Founder as a Service
Bei uns heißt Tech Co-Founder as a Service: Du bekommst genau dieses Profil als Partnerschaft mit einem Engineering-Team. Wir sind Software-Ingenieure. Dieselbe Person entscheidet und entwickelt. Wir helfen bei Architektur und Machbarkeit, bauen Software und automatisieren Prozesse, wenn Automatisierung schneller zum Ziel führt als Eigenentwicklung. Ein CTO plant und verwaltet. Ein Co-Founder packt selbst an – und genau das ist der Unterschied, den wir meinen.
Dass wir die Gründer-Perspektive kennen, ist keine Broschürenzeile. Mit Tebuto haben wir selbst ein SaaS gebaut: Praxissoftware für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Wir wissen, wie sich Server-Rechnungen in Monaten ohne Umsatz anfühlen und wie oft man zwischen schnell und sauber abwägt. Das ändert, wie man an ein Produkt herangeht – auch an deins.
Konkret sieht die Arbeit bei uns so aus: Bezahlt wird in Aufgabenpaketen mit Festpreis. Du weißt vorher, was ein Paket kostet. Wenn wir uns verschätzen, ist das unser Risiko. Die Discovery – gemeinsame Analyse und Planung am Anfang – kostet 5.000 € Festpreis. Danach kennst du den Preis für dein Produkt, bevor die erste Zeile Code entsteht. Für die eigentliche Entwicklung liegen die meisten Vorhaben bei uns zwischen 10.000 und 75.000 €, ebenfalls als Festpreis nach Discovery und Prototyp. Keine Stundenabrechnung, kein intransparentes Nachziehen. Und der Code gehört dir: kompletter Quellcode, uneingeschränkte Nutzungsrechte, ohne Lizenzgebühren an uns.
Wie lange das dauert, hängt vom Umfang und davon ab, wie schnell Feedback kommt. Wenn Fragen zügig geklärt werden, schaffen wir von Erstgespräch bis erster produktiver Version manchmal unter 30 Tage. Typisch sind eher 40 bis 80 Tage. Nach dem Launch sind Betrieb und Support in den ersten drei Monaten im Preis enthalten – und du sprichst mit den Leuten, die das Produkt gebaut haben, nicht mit einer Ticket-Warteschlange.
Ein Beispiel aus unserer Arbeit: Für dunkelziffer e. V. haben wir die Fallarbeit von Papierbögen in eine Web-Anwendung gebracht, die Beraterinnen direkt im Gespräch nutzen. Die jährliche Auswertung, die vorher kaum zu stemmen war, läuft jetzt automatisch – rund 365 Stunden im Jahr weniger Handarbeit. Das ist kein Startup-Pitch-Deck. Das ist Produktarbeit mit echten Abläufen.
Für wen das nichts ist
Wenn du kein Budget hast, hilft dir kein Dienstleister – auch wir nicht. Dann validierst du zuerst ohne Produkt: Gespräche, Landingpage, Vorbestellungen. Oder du baust selbst mit No-Code. Oder du gehst in die Mitgründer-Suche mit den Risiken von oben.
Wenn du schon einen erfahrenen technischen Mitgründer an der Hand hast, nimm ihn. Das ist die beste Option. Ein Dienstleister, der dir etwas anderes erzählt, verkauft dir etwas.
Und wenn du ein bestehendes Entwicklerteam hast, dem die Führung fehlt, bist du bei einem Fractional CTO besser aufgehoben. Wir bauen Produkte. Für die Führung fremder Teams gibt es passendere Anbieter.
Noch ein ehrlicher Rahmen: Co-Founder klingt nach Startup, aber wir arbeiten auch mit Vereinen, Mittelstand und einzelnen Gründerinnen und Gründern. Zu Konzernen mit langen Compliance-Schlachten passen wir eher nicht. Unsere Stärke ist schlanke, schnelle Umsetzung – nicht Enterprise-Prozess.
Was kostet ein CTO as a Service in Deutschland?
Verlässliche deutsche Listenpreise gibt es kaum. Hier eine Herleitung, ausdrücklich als Schätzung: Interim Manager im IT-Bereich liegen in Deutschland laut Steinbeis bei etwa 1.300 bis 1.700 € pro Tag. Senior-Freelancer im IT-Umfeld bewegen sich um 160 bis 220 € pro Stunde. Auf ein Fractional-Modell mit ein bis zwei Tagen pro Woche umgerechnet landest du grob bei 5.500 bis 14.000 € pro Monat. Internationale Anbieter nennen für Fractional CTOs 6.000 bis 20.000 $ pro Monat. Das deckt sich ungefähr.
Wichtig für deine Rechnung: In diesen Beträgen steckt noch keine Zeile Code. Die Entwicklung kommt oben drauf – über eine Agentur oder Freelancer, mit eigenem Budget und eigenem Vertrag. Genau deshalb wirkt CTO as a Service am Anfang oft teurer und langsamer, als die Pitch-Folie vermuten lässt.
Welches Modell passt wann?
Zuerst der direkte Vergleich. Danach der Weg als Entscheidungsbaum:
| Kriterium | Tech-Mitgründer | CTO as a Service | Dev-Agentur | Co-Founder as a Service |
|---|---|---|---|---|
| Entscheidet mit, ob und was gebaut wird | Ja | Ja | nein, baut was bestellt wird | Ja |
| Baut das Produkt selbst | Ja | Nein | Ja | Ja |
| Hat schon Produkte gebaut | selten verfügbar, wenn ja: teuer | Ja | je nach Team | Ja |
| Du brauchst eigenes technisches Urteilsvermögen | Nein | teilweise, die Umsetzung bewertest du | ja, du schreibst die Vorgaben | Nein |
| Verdient mehr, wenn das Projekt länger dauert | Nein | Ja | Ja | Nein |
| Bleibt nach dem Launch (Betrieb, Weiterentwicklung) | Ja | selten | selten | Ja |
| Kostet Firmenanteile | 30 bis 50 % | Nein | Nein | Nein |
| Verfügbar innerhalb von Wochen | Nein | Ja | Ja | Ja |
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Fractional CTO und CTO as a Service?
Ein Fractional CTO ist eine einzelne Person, die mehrere Unternehmen anteilig betreut, meist längerfristig. CTO as a Service ist häufig ein Agentur-Angebot, bei dem die Beratung der Einstieg in ein Entwicklungsmandat ist. Die Begriffe werden im Markt nicht einheitlich verwendet. Frag im Zweifel nach, wer konkret die Arbeit macht – und ob diese Person auch selbst baut.
CTO as a Service vs. Co-Founder as a Service?
Ein CTO plant und verwaltet. Ein Co-Founder packt selbst an. Bei Co-Founder as a Service geht es nicht um Recruiting oder Lizenzmanagement deiner IT-Umgebung. Es geht darum, deine Software so zu entwickeln, als hättest du ein eigenes Team – inklusive Prioritäten, Bau und Weiterbetrieb.
Was kostet CTO as a Service in Deutschland?
Nach unserer Schätzung auf Basis von Interim- und Freelancer-Sätzen grob 5.500 bis 14.000 € pro Monat bei ein bis zwei Tagen pro Woche. Die Produktentwicklung selbst ist darin nicht enthalten.
Was kostet Co-Founder as a Service bei Artus?
Discovery kostet 5.000 € Festpreis. Danach bekommst du einen Festpreis für die Entwicklung – bei den meisten Vorhaben zwischen 10.000 und 75.000 €. Betrieb und Support sind in den ersten drei Monaten enthalten. Mit Lastenheft und Prototyp kannst du dir jederzeit ein Vergleichsangebot einholen; wir binden dich nicht.
Brauche ich als Gründer ohne Tech-Hintergrund einen CTO oder einen Entwickler?
Am Anfang brauchst du jemanden, der baut und dabei die richtigen Prioritäten setzt. Eine reine Führungskraft hat in dieser Phase nichts zu führen. Ein reiner Umsetzer braucht Vorgaben, die du nicht schreiben kannst. Ideal ist jemand, der beides kann und beides macht.
Was mache ich, wenn ich noch gar kein Budget habe?
Dann ist jeder Dienstleister die falsche Adresse, unserer eingeschlossen. Validiere die Idee zuerst ohne Produkt: Sprich mit möglichen Kunden, baue eine Landingpage, sammle Vorbestellungen oder Absichtserklärungen. Wenn die Nachfrage echt ist, lässt sich darüber auch ein erstes Budget begründen – aus Ersparnissen, von ersten Kunden oder über Förderprogramme.
Kann ein externer Partner einen technischen Mitgründer ersetzen?
In vielen Punkten ja: bauen, Prioritäten setzen, Verantwortung tragen, langfristig dabei bleiben. In manchen Punkten nein – etwa wenn Investoren ein technisches Gründungsmitglied mit Anteilen sehen wollen. Die ehrliche Antwort hängt von deiner Situation ab. Frag uns lieber zu früh als zu spät; wir sagen auch, wenn wir nicht passen.
Welcher Weg ist deiner?
Wenn bei dir schon ein Team oder ein Produkt steht, kann ein CTO-Modell Sinn machen. Wenn du einen erfahrenen Mitgründer hast, nimm ihn. Wenn beides nicht zutrifft und du deine Idee mit begrenztem Budget validieren willst, brauchst du jemanden mit Produkterfahrung, der selbst baut und nach dem Launch noch da ist. Genau dafür machen wir Tech Co-Founder as a Service.
Wenn du unsicher bist, schreib uns. Wir sagen dir, was wir empfehlen – auch wenn die Antwort nicht Artus Engineering ist. Das Erstgespräch kostet nichts.