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Die CTO as a Service Alternative: Co-Founder as a Service
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Die CTO as a Service Alternative: Co-Founder as a Service

Yannic Schröer
Yannic Schröer12 Min. Lesezeit

Du hast eine Idee für ein digitales Produkt und willst herausfinden, ob sie trägt. Dafür brauchst du jemanden, der die Technik übernimmt. Wenn du anfängst zu suchen, findest du im Wesentlichen zwei Angebote: technische Mitgründer, die du erst von deiner Idee überzeugen musst, und gemietete CTOs in verschiedenen Varianten, von „Fractional“ bis „as a Service“. In diesem Beitrag erkläre ich, warum beide Wege für Gründer ohne Tech-Hintergrund oft in eine Sackgasse führen, und stelle dir eine dritte Möglichkeit vor: Co-Founder as a Service.

Vorab der Transparenz halber: Wir bieten dieses Modell bei Artus Engineering selbst an. Ich versuche trotzdem, alle Wege fair einzuordnen, und sage dir am Ende auch, für wen unser Modell nichts ist.

Das Mitgründer-Dilemma

Der naheliegendste Weg ist ein technischer Mitgründer: jemand, der die Technik komplett verantwortet und dafür Anteile am Unternehmen bekommt. Wenn du so jemanden hast, ist das die beste Lösung, die es gibt. Das Problem ist die Suche, denn die läuft in der Praxis fast immer auf zwei Sorten von Kandidaten hinaus.

Infografik: Das Mitgründer-Dilemma

Die Erfahrenen bekommst du nicht

Wer schon einmal ein Produkt von der Idee bis in den laufenden Betrieb gebracht hat, ist am Arbeitsmarkt gefragt. Senior-Entwickler verdienen in Deutschland 70.000 bis 90.000 € im Jahr, mit Festanstellung und planbarem Leben. Damit so jemand das aufgibt und bei dir einsteigt, müsstest du ihm entweder ein vergleichbares Gehalt zahlen oder eine Idee zeigen, die bereits zahlende Kunden hat, und dazu einen ordentlichen Anteil am Unternehmen. Am Anfang hast du meistens weder das eine noch das andere. Das ist kein Vorwurf an irgendwen, das ist bei fast allen Gründungen so.

Die Verfügbaren bauen zum ersten Mal

Bleiben die Kandidaten, die Zeit und Risikobereitschaft mitbringen: Berufseinsteiger, Studenten, Bekannte, die gut programmieren können. Viele davon sind motiviert und fachlich stark. Was ihnen fehlt, kann man ihnen nicht vorwerfen: Produkterfahrung entsteht nur dadurch, dass man Produkte baut, und dazu hatten sie schlicht noch keine Gelegenheit.

Ein Produkt zu entwickeln umfasst nämlich vieles, das mit Code wenig zu tun hat. Was lässt man am Anfang bewusst weg, wann zählt Geschwindigkeit und wann Qualität, wie baut man so, dass man in einem Jahr nicht von vorne anfängt. Diese Entscheidungen lernt man an echten Produkten. Wenn dein Mitgründer sie zum ersten Mal trifft, findet seine Lernkurve an deinem Produkt statt, mit deiner Zeit. Die Anteile sind dabei nicht der größte Kostenpunkt. Der größte Kostenpunkt sind die Monate, die in falsche Architektur, verworfene Anläufe und ein MVP fließen, das einfach nicht fertig wird.

Warum KI das nicht löst

Vielleicht denkst du jetzt, dass mit KI doch heute jeder schnell Software bauen kann. Das stimmt zum Teil, und genau darin liegt das Problem. KI beschleunigt das Schreiben von Code. Die Entscheidung, was gebaut werden soll und was nicht, nimmt sie niemandem ab.

Die Daten dazu sind ziemlich eindeutig. Veracode hat Code von über 100 KI-Modellen geprüft: 45 Prozent der Ergebnisse enthielten Sicherheitslücken. GitClear hat über 200 Millionen Codezeilen ausgewertet und seit dem KI-Boom eine Verachtfachung kopierter Codeblöcke gemessen, während Aufräumarbeiten am Code stark zurückgegangen sind. Übersetzt heißt das: Wer Erfahrung hat, wird mit KI schneller. Ohne Erfahrung wird man vor allem schneller fertig mit Dingen, die man später wegwerfen muss.

Was ist CTO as a Service, und warum löst es das falsche Problem?

Die zweite Angebotsgruppe sind gemietete CTOs. CTO steht für „Chief Technology Officer“, also die Person, die im Unternehmen alle Technik-Entscheidungen verantwortet. Im Markt schwirren dafür drei Begriffe herum: Ein Fractional CTO („anteilig“) betreut mehrere Firmen parallel an ein bis zwei Tagen pro Woche. Ein Interim CTO („vorübergehend“) füllt eine leere Führungsposition in Vollzeit, aber befristet. Und hinter CTO as a Service steht meistens eine Entwicklungsagentur, die Beratung als Einstieg verkauft, die Umsetzung übernimmt dann, Überraschung, die Agentur selbst.

Alle drei Varianten haben einen gemeinsamen Kern: Sie liefern Führung. Das ist wertvoll, wenn es bei dir etwas zu führen gibt, etwa ein bestehendes Entwicklerteam, eine gewachsene Codebasis oder eine Tech-Prüfung vor einer Finanzierungsrunde. Für diese Fälle sind die Modelle gemacht, und dort funktionieren sie gut.

Wenn du aber noch ganz am Anfang stehst, gibt es bei dir nichts zu managen. Kein Team, kein Produkt, keine Codebasis. Es gibt nur Arbeit, die gemacht werden muss. Ein gemieteter CTO liefert dir dann eine Strategie und eine Roadmap, also einen Plan, was in welcher Reihenfolge entsteht, und für die Umsetzung brauchst du trotzdem noch jemanden. Du kaufst eine Managementperson für ein Unternehmen, das noch keine hat und noch keine braucht.

Was du am Anfang wirklich brauchst

Vergiss für einen Moment die Modellnamen und schau auf das Profil. Für die Phase von der Idee bis zur validierten Lösung brauchst du jemanden, der vier Dinge mitbringt:

Eine Agentur erfüllt davon übrigens nur den zweiten Punkt. Sie baut, aber sie baut, was du bestellst, und die Entscheidung, was bestellt werden sollte, bleibt bei dir. Dazu kommt die Anreiz-Mechanik: Wer nach Aufwand bezahlt wird, verdient an jedem Umweg mit. Das macht Agenturen nicht böse, es macht sie nur zum falschen Werkzeug für eine Phase, in der die wichtigste Leistung das Weglassen ist.

  • Produkterfahrung: Die Person hat schon Produkte gebaut und weiß, was man am Anfang weglässt. Die teuersten Fehler in dieser Phase sind keine Programmierfehler, es sind Prioritätenfehler.
  • Packt selbst an: Architektur, Machbarkeit und Entwicklung aus einer Hand, von jemandem, der für das Ergebnis geradesteht.
  • Validiert schlank: Das Ziel der ersten Monate ist herauszufinden, ob deine Idee trägt, mit so wenig Aufwand wie möglich. Manchmal braucht es dafür gar keine eigene Software. Ein automatisierter Prozess aus bestehenden Werkzeugen reicht oft, um zu testen, ob jemand für die Lösung bezahlt. Jemand mit Erfahrung sagt dir das, bevor du sechs Monate Entwicklung bezahlst.
  • Bleibt, wenn es ernst wird: Funktioniert die Validierung, fängt die eigentliche Arbeit an: Betrieb, Weiterentwicklung, echte Nutzer. Der Partner aus der Anfangsphase sollte diese Phase mittragen, mit dem Wissen aus den ersten Monaten im Kopf.

Die Alternative: Co-Founder as a Service

Co-Founder as a Service heißt für uns: Du bekommst das Profil von oben als Partnerschaft mit einem Engineering-Team. Wir sind Software-Ingenieure, und bei uns entscheidet und entwickelt dieselbe Person. Wir helfen bei Architektur und Machbarkeit, entwickeln die Software und automatisieren Prozesse, wo Automatisierung schneller zum Ziel führt als Eigenentwicklung. Das Ziel der ersten Monate ist immer dasselbe: mit möglichst wenig Aufwand von der Idee zur validierten Lösung.

Dass wir die Gründer-Perspektive kennen, ist dabei keine Marketing-Behauptung. Mit Tebuto haben wir selbst ein SaaS gegründet (Software as a Service, also Software im Abo), eine Praxissoftware für Psychotherapeut:innen. Wir wissen, wie es sich anfühlt, die Server-Rechnung in Monaten ohne Umsatz zu bezahlen, und wie oft man zwischen schnell und sauber abwägen muss. Solche Erfahrungen ändern, wie man an ein Produkt herangeht, auch an deins.

Bezahlt wird in Aufgabenpaketen mit Festpreis. Du weißt vorher, was ein Paket kostet, und wenn wir uns verschätzen, ist das unser Risiko. Das diszipliniert auch uns selbst: Wir haben keinen Anreiz, Dinge unnötig kompliziert zu bauen, denn jede überflüssige Komplexität bezahlen wir aus eigener Tasche. Die Discovery, also die gemeinsame Analyse- und Planungsphase am Anfang, kostet bei uns 5.000 € als Festpreis. Danach kennst du den Preis deines Produkts, bevor die erste Zeile Code entsteht.

Für wen das nichts ist

Drei ehrliche Ausschlüsse, bevor du weiterliest. Wenn du kein Budget hast, hilft dir kein Dienstleister, auch wir nicht. Dann sind deine realistischen Wege: die Idee ohne Produkt vorvalidieren (Gespräche, Landingpage, Vorbestellungen), selbst mit No-Code-Werkzeugen bauen oder eben doch die Mitgründer-Suche mit den oben beschriebenen Risiken. Wenn du schon einen erfahrenen technischen Mitgründer an der Hand hast, nimm ihn. Das ist die beste Option, und ein Dienstleister sollte dir nichts anderes erzählen. Und wenn du ein bestehendes Entwicklerteam hast, dem die Führung fehlt, bist du bei einem Fractional CTO besser aufgehoben. Wir bauen Produkte, für die Führung fremder Teams gibt es passendere Anbieter.

Was kostet ein CTO as a Service in Deutschland?

Verlässliche deutsche Zahlen gibt es kaum, deshalb hier eine Herleitung, ausdrücklich als Schätzung gekennzeichnet. Interim Manager im IT-Bereich liegen in Deutschland laut Steinbeis bei etwa 1.300 bis 1.700 € pro Tag. Senior-Freelancer im IT-Umfeld bewegen sich um 160 bis 220 € pro Stunde. Rechnet man das auf das übliche Fractional-Modell mit ein bis zwei Tagen pro Woche um, landest du grob bei 5.500 bis 14.000 € pro Monat. Internationale Anbieter nennen für Fractional CTOs 6.000 bis 20.000 $ pro Monat, das deckt sich mit dieser Schätzung.

Wichtig für deine Rechnung: In diesen Beträgen steckt noch keine einzige Zeile Code. Die Entwicklung kommt oben drauf und läuft dann über eine Agentur oder Freelancer, mit eigenem Budget und eigenem Vertrag.

Welches Modell passt wann?

Zuerst der direkte Vergleich der Modelle – danach als Zusammenfassung der ganze Weg als Entscheidungsbaum:

KriteriumTech-MitgründerCTO as a ServiceDev-AgenturCo-Founder as a Service
Entscheidet mit, ob und was gebaut wirdjajanein, baut was bestellt wirdja
Baut das Produkt selbstjaneinjaja
Hat schon Produkte gebautselten verfügbar, wenn ja: teuerjaje nach Teamja
Du brauchst eigenes technisches Urteilsvermögenneinteilweise, die Umsetzung bewertest duja, du schreibst die Vorgabennein
Verdient mehr, wenn das Projekt länger dauertneinjajanein
Bleibt nach dem Launch (Betrieb, Weiterentwicklung)jaseltenseltenja
Kostet Firmenanteile30 bis 50 %neinneinnein
Verfügbar innerhalb von Wochenneinjajaja
Entscheidungsbaum: Welches Modell passt zu dir?

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Fractional CTO und CTO as a Service?

Ein Fractional CTO ist eine einzelne Person, die mehrere Unternehmen anteilig betreut, meist langfristig. CTO as a Service ist häufig ein Agentur-Angebot, bei dem die Beratung der Einstieg in ein Entwicklungsmandat ist. Die Begriffe werden im Markt aber nicht einheitlich verwendet, frag im Zweifel nach, wer konkret die Arbeit macht.

Was kostet CTO as a Service in Deutschland?

Nach unserer Schätzung auf Basis von Interim- und Freelancer-Sätzen grob 5.500 bis 14.000 € pro Monat bei ein bis zwei Tagen pro Woche. Die Produktentwicklung selbst ist darin nicht enthalten.

Brauche ich als Gründer ohne Tech-Hintergrund einen CTO oder einen Entwickler?

Am Anfang brauchst du vor allem jemanden, der baut und dabei die richtigen Prioritäten setzt. Eine reine Führungskraft hat in dieser Phase nichts zu führen, ein reiner Umsetzer braucht Vorgaben, die du nicht schreiben kannst. Ideal ist jemand, der beides kann und beides macht.

Was mache ich, wenn ich noch gar kein Budget habe?

Dann ist jeder Dienstleister die falsche Adresse, unserer eingeschlossen. Validiere die Idee zuerst ohne Produkt: Sprich mit möglichen Kunden, baue eine Landingpage, sammle Vorbestellungen oder Absichtserklärungen. Wenn die Nachfrage echt ist, lässt sich darüber auch ein erstes Budget begründen, ob aus Ersparnissen, von ersten Kunden oder über Förderprogramme.

Kann ein externer Partner einen technischen Mitgründer ersetzen?

In vielen Punkten ja: bauen, Prioritäten setzen, Verantwortung tragen, langfristig dabei bleiben. In manchen Punkten nein, etwa wenn Investoren ein technisches Gründungsmitglied mit Anteilen sehen wollen. Die ehrliche Antwort hängt von deiner Situation ab.

Welcher Weg ist deiner?

Die Logik ist am Ende einfacher, als der Begriffsdschungel vermuten lässt. Wenn es bei dir schon ein Team oder ein Produkt gibt, hilft dir ein CTO-Modell. Wenn du einen erfahrenen Mitgründer hast, nimm ihn. Wenn beides nicht zutrifft und du deine Idee mit begrenztem Budget validieren willst, brauchst du jemanden mit Produkterfahrung, der selbst baut und nach dem Launch noch da ist. Genau für diesen Fall bieten wir Co-Founder as a Service an.

Wenn du unsicher bist, welcher Weg zu deinem Vorhaben passt, schreib uns. Wir sagen dir ehrlich, was wir empfehlen, auch wenn die Antwort nicht Artus Engineering ist. Das Erstgespräch kostet nichts.

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